Was ist Mindfulness? (Und was ist es nicht?)
Mindfulness (Achtsamkeit) bedeutet auf eine bestimmte Art aufmerksam zu sein: bewusst, im gegenwärtigen Augenblick, mit Offenheit und Neugier. Durch Mindfulness lernen wir im Augenblick zu leben statt ständig über Vergangenem zu brüten oder uns um die Zukunft zu sorgen.

 

Mindfulness hat seine Wurzeln im frühen Buddhismus. In den siebziger Jahren wurde Mindfulness in säkularisierter Form im Westen bekannt durch Jon Kabat Zinns Programm zur Stressbewältigung (MBSR).

 

Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Veröffentlichungen belegt mittlerweile die Wirksamkeit von Achtsamkeit im klinischen Bereich, etwa bei der Behandlung von chronischen Schmerzen, wiederkehrenden Depressionen oder Ängsten. In den letzten Jahren hat sich Achtsamkeit, vorangetrieben auch durch neue Untersuchungsmöglichkeiten in den Neurowissenschaften, international zu einem eigenen Forschungsgebiet entwickelt. Fast wöchentlich werden Studien zu Mindfulness publiziert. Mehr und mehr beginnen wir auch aus westlicher Perspektive zu verstehen, wie Achtsamkeit uns mit genau den Ressourcen ausstattet, die wir brauchen, um in Phasen des Umbruchs, in Zeiten zunehmender Komplexität und steigenden Tempos handlungsfähig, kreativ und gesund zu bleiben.

 

Trotz des derzeitigen Hypes: Mindfulness ist kein Wundermittel und kein Quick-Fix. Es kann sich nur dann entfalten, wenn wir es kontinuierlich praktizieren und in alle Facetten unseres Lebens integrieren.

Was bewirkt Mindfulness?
Menschen, die Achtsamkeit praktizieren, sind in der Lage ihre Denkmuster, Gefühle, Körpersignale und Impulse besser wahrzunehmen. Sie können ihre Reaktionen bewusster steuern und konzentrierter auf Herausforderungen zugehen. Dies führt zu mehr Gelassenheit und innerer Zufriedenheit. Gleichzeitig schafft die erhöhte Selbstwahrnehmung einen inneren Freiraum, der es uns ermöglicht, unserem Gegenüber wirklich zuzuhören und in wertschätzender Form klar und präsent zu sein.
Wie kann ich Achtsamkeit entwickeln?
Alle Menschen sind mit einem bestimmten Maß an Mindfulness ausgestattet. Darüber hinaus lässt sich Mindfulness durch regelmäßiges und systematisches Training stärken. Im Zentrum der Praxis steht dabei eine ebenso alte wie einfache Technik – die Meditation. Mindfulness lässt sich aber nicht nur auf dem Meditationskissen, sondern in sämtlichen Situationen kultivieren, ob in der Schlange im Supermarkt, in Gesprächen oder Meetings, bei E-Mails oder Konflikten. Auf diese Weise erst entwickelt es zu einer Haltung, die schließlich alle Lebensbereiche umfasst und eine Basis für innere Klarheit, Präsenz und Gelassenheit schafft.
Was ist Mindfulness-Based Cognitive Therapy (MBCT)?
MBCT wurde für Menschen mit wiederkehrenden Depressionen entwickelt und hat sich für diese Zielgruppe als sehr wirksam erwiesen.

 

Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass das, was Depressionen aufrecht hält – negative Gedanken und Grübeleien – in gewissem Maße bei allen Menschen zu finden sind, insbesondere dann, wenn wir gestresst sind. Es ist genau dieser aktive Geist, der unentwegt damit beschäftigt ist, zu analysieren, vergleichen, bewerten, planen und erinnern, der uns nachts nicht schlafen lässt und uns davon abhält, das Leben in vollen Zügen zu genießen. In MBCT lernen wir, unseren Geist besser zu verstehen, so dass wir nicht mehr so von ihm getrieben sind sondern ihn nutzen wie es die Situation gerade erfordert. MBCT-basierte Kurse sind somit für alle, die mehr Gelassenheit und Zufriedenheit im Alltag oder Beruf entwickeln wollen.

 

In England wird MBCT heute in adaptierter Version in Schulen, Organisationen und Universitäten trainiert – so wie MBSR in Deutschland.

 

Was ist der Unterschied zwischen MBCT und MBSR?

MBCT und MBSR sind zu 90% identisch. Beide Programme basieren auf dem selben säkularen Achtsamkeitsansatz und umfassen Achtsamkeitsmeditationen, Body Scan, Austausch, Reflexion und Input zum Thema Stress. MBCT enthält zusätzlich Übungen aus der kognitiven Psychologie zum Umgang mit stresserzeugenden Mustern und Gedanken. Während in Deutschland überwiegend MBSR angeboten wird, ist in England MBCT zur Stressprophylaxe sehr populär.

Ist Mindfulness auch etwas für Unternehmen und Organisationen?
Mindfulness wird heute in vielen Unternehmen und Organisationen weltweit trainiert, sowohl zur Stressreduktion als auch im Rahmen von Leadership Development. Untersuchungen zeigen, dass Mindfulness-Kurse in Unternehmen positive Auswirkungen auf stressbedingte Abwesenheit und Burnout und Selbstwirksamkeit haben. Führungskräfte und Mitarbeiter lernen

  • ihre Aufmerksamkeit ressourcenorientiert zu steuern
  • Emotionen zu regulieren
  • Freiraum für neue Lösungen und Optionen zu schaffen
  • effizienter mit schwierigen Situationen umzugehen
  • in der Kommunikation wirklich präsent zu sein
  • Wertschätzung sich selbst und anderen gegenüber

 

An einem Mindfulness-Kurs können bis zu 20 Personen teilnehmen. Mit ihrem 8-wöchigen Format von 1,5 bis 2,5 Stunden pro Woche zzgl. 10-minütiger individueller täglicher Praxis am Arbeitsplatz oder zu Hause sind die Programme in ihrer Wirkung besonders nachhaltig.

Qualitätsstandards
Die Mitgliedschaft im MBSR/MBCT Verband zählt zu einem wichtigen Qualitätskriterium für Anbieter von Mindfulness-Kursen. Ich selbst bin Mitglied des deutschen MBSR/MBCT Verbands, der nur Lehrende aufnimmt, die über eine anerkannte Zertifizierung verfügen. Meine Arbeit orientiert sich an den Qualitätsstandards und an den ethischen Leitlinien des Verbands. Dies schließt jede politische, weltanschauliche und religiöse Indoktrination sowie die Anwendung manipulativer Methoden vollständig aus.Die regelmäßige Fortbildung durch den Besuch von Seminaren, Retreats und Kongressen, Supervision und kollegiale Intervision sowie die kontinuierliche eigene Praxis gehören für mich als Trainerin und Coach zur Selbstverständlichkeit.
Teilnehmerstimmen
Was ich aus dem 8-Wochenkurs mitnehme:

„Gelassenheit und Fokus“

„Bewältigungsmethoden für angespannte Situationen“

„Praktische Alltagsunterstützung“

„Dankbarkeit für sich und andere“

„Eine andere Perspektive auf Dinge“

„Ein Gefühl von Leichtigkeit und Zufriedenheit“

„Ich habe etwas gefunden das mir hilft, mich in kürzere oder längere Ruhe- und Entspannungsmomente zu bringen.“

„Es hat sich eine neue, bisher unbekannte oder unbewusste Welt geöffnet.“

 

Was mir an dem Kurs besonders gefallen hat:

„Die gute Verbindung aus praktischen Übungen und vertiefenden Beschreibungen“

„Rasch wurden Unterschiede sichtbar.“

„Viel Praxis, Texte und Übungen auch für zu Hause“

„Die angenehme Atmosphäre“

„Die verschiedenen Anregungen, Gewohnheiten zu brechen“

„Angenehme Anleitung auch für Anfänger“

 

Warum es sich für eine Organisation lohnt, Mindfulness für Mitarbeitende anzubieten:

„Es lässt sich hervorragend in den Arbeitsalltag integrieren.“

„Neue Impulse, die zur Zufriedenheit und auch Arbeitsweise der Mitarbeiter beitragen.“

„Die Zeit für den Kurs während des Arbeitstages ist ein inspirierender Gewohnheitsbrecher.“

„Ich glaube, dass Achtsamkeitstrainings sowohl jedem einzelnen als auch der Organisation im täglichen Miteinander nutzen.“

„Erschöpfung ist bei vielen Arbeitnehmern vorhanden und es sollten Wege aufgezeigt werden, wie es nicht soweit kommt oder man da wieder rauskommt.“

„Vorbeugen kann zu deutlich geringerem Krankenstand führen.“

Artikel und Bücher zum Thema
Interview mit Katrin Micklitz: 

mondial 2015_SIETAR Journal für Interkulturelle Perspektiven

 

Achtsamkeit allgemein:

  • Alle Bücher von Jon Kabat-Zinn (Gründer von MBSR)
  • Mark Williams & Danny Penman: Das Achtsamkeitstraining: 20 Minuten täglich, die Ihr Leben verändern, 2015 (das Buch ist die Grundlage meiner 8-Wochenkurse)
  • Danny Penman: Mindfulness for Creativity, 2015 (ein 4-Wochenprogramm für Menschen im Kreativitätsloch)
  • Nigel Wellings: Why Can’t I Meditate?, 2015 (für alle, die in ihrer täglichen Praxis immer wieder an Grenzen stoßen und wissen möchten, wie sie damit umgehen können)
  • Ellen Langer: Mindfulness (Achtsamkeit ohne Meditation), 2014 (Jubiläumsausgabe)
  • Gunaratana: Mindfulness in Plain English, 2011

 

Achtsamkeit am Arbeitsplatz/in der Führung:

  • Janice Marturano: Finding the Space to Lead, 2014 (ein Trainingsprogramm für Führungskräfte)
  • Sharon Salzberg: Real Happiness at Work, 2014 (aus dem Erfahrungsschatz einer der bekanntesten Meditationslehrerinnen)
  • Daniel Goleman, Focus, The Hidden Driver of Excellence, 2013
  • Chade-Meng Tan: Search Inside Yourself (das Achtsamkeitstraining bei Google), 2012